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Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter 1050-1300, Band 4, M-O (Corpus Cosmatorum II, 4)

People

 

Mondini D.

(Responsible)

External people

Jäggi Carola

(Co-responsible)

Abstract

Der 4. Band des Corpuswerkes 'Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter 1050-1300' umfasst 36 Kirchen von S. Marco bis Sant’ Omobono, darunter so bedeutende Kirchen wie S. Maria in Cosmedin. Der umfangreichen Darstellung der drei über einen besonders dichten Überlieferungsbefund verfügenden Marienkirchen S. Maria in Aracoeli, S. Maria Maggiore, S. Maria in Trastevere wird Band 5 gewidmet sein. Wie in den bisherigen Bänden werden die einzelnen Kirchen in Kleinmonographien vorgestellt, indem qua Schrift- und Bildquellen sowie anhand von Grabungs- und Baubefunden die Bau- und Ausstattungsgeschichte im Hochmittelalter vom 11. Jahrhundert bis 1300 rekonstruiert wird und die aus diesem Zeitraum stammenden Bau- und Ausstattungselemente in Wort und Bild vorgestellt werden. Die Instandsetzungs- und Erneuerungsmassnahmen werden für jeden einzelnen Bau in den historischen Kontext eingebettet und damit die Repräsentationsbedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen – Kurie, Adel, Kommune, Ordensgemeinschaften – von Fall zu Fall herausgearbeitet. Neu wird eine Auswahl von besonders aussagekräftigen Werken in Farbe gesondert auf Tafeln abgebildet.Zum Inhalt. Den grössten Umfang nimmt das Kapitel zu S. Maria in Cosmedin ein, eine Kirche mit einer komplexen Baugeschichte, deren mehrheitlich in den beiden ersten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts vollzogene architektonische Umgestaltung im antiken und frühmittelalterlichen Baubestand detailliert untersucht wird. Sie lässt auf eine auf Modelle des 11. Jahrhunderts zurückgreifende frühe Planung schliessen. Die liturgische Ausstattung hat sich fast vollständig erhalten (Weihe unter Calixt II. 1123, Auftraggeber Kardinal Alfanus, dessen Grabmal sich in der Vorhalle befindet). Dem ausgehenden 13. Jahrhundert – wahrscheinlich dem Kardinalat Francesco Caetani zwischen 1296-1300 – sind hingegen die Fassade mit auskragendem „Cavetto“ und das von Deodato signierte gotische Hochaltarziborium zuzuordnen. Zu weiteren, erstmals auf ihren hochmittelalterlichen Zustand hin untersuchten Bauten sind S. Marco mit einer Rekonstruktion der Altaranlage über der karolingischen Krypta hervorzuheben sowie das Pantheon, das sich als antiker Bau so gut erhalten hat, weil Bonifaz IV. den Tempel 609 in eine Marienkirche, S. Maria Rotonda, umgewandelt hat. Die verlorene liturgische Einrichtung des Hochmittelalters wird anhand der fragmentarischen Überreste und der grafischen und schriftlichen Quellen des Barock erstmals rekonstruiert. S. Martina ist ebenfalls in bestehenden Strukturen, dem spätantiken Secretarium der Curia, als Kirche eingerichtet worden und wurde im 17. Jahrhundert durch einen Neubau (Pietro da Cortona) ersetzt. Das Apsismosaik des 7. Jahrhunderts ist nur durch Beschreibungen bekannt. Die Wände der Kirche waren im Mittelalter mit den Reliefs eines Triumphbogens Marc Aurels (Kapitolinische Museen) bedeckt. Der Bogen war vermutlich teilweise in den Eingangsbereich einbezogen. Mit S. Maria in Cappella ist ein bisher fast unbeachteter Bau als ein Zeugnis der bis dato kaum in architektonischen und skulpturalen Werken fassbaren Zeit der Gregorianischen Reform des späten 11. Jahrhunderts erschlossen. Besondere Beachtung verdient hier der neu entdeckte Marmoraltar (Weihe 1090), der mit einem Agnus Dei an der Front und einem großen lateinischen Kreuz an der Rückseite den Anschluss an die frühchristliche Zeit Roms sucht. S. Maria della Luce, im Mittelalter S. Salvatore della Corte, bewahrt in seinem barocken Umbau Querhaus, Apsis und Turm einer mittelalterlichen Basilika, die nach einer neu ausgewerteten Beschreibung des 17. Jahrhunderts mit Kolonnaden im Langhaus und einem aufwändigen Altarensemble (Confessio, Altar, Ziborium) auch grafisch rekonstruiert wird. Damit wird der transtiberischen Kirchengruppe der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit Gebälk und Triumphbogen (S. Crisogono, S. Maria in Trastevere) ein weiterer wichtiger Bau hinzugesellt. Der im 17. Jahrhundert niedergelegte Bau von S. Maria in Portico, der durch den erhaltenen, von Gregor VII. 1073 geweihten Blockaltar datiert war, war vermutlich das früheste Zeugnis der Gregorianischen Reform. Ein erhaltener Grundriss zeigt eine Säulenbasilika mit eingeschobenen Pfeilern. Ein Bildziborium für die in S. Maria in Campitelli erhaltene Emailikone über dem Hauptaltar ist durch detaillierte Zeichnungen dokumentiert und dadurch dem späten 13. Jahrhundert zuzuweisen.

Additional information

Start date
01.05.2018
End date
30.04.2019
Duration
13 Months
Funding sources
SNSF, Swiss National Science Foundation
Status
Ended
Category
Swiss National Science Foundation / Publication grants